07.07.2020

Interview mit dem rbb rund um "Wie steht es um die Offene Kinder- und Jugendarbeit in Berlin? Und wie geht es dem JUP gerade?" – Chancen und Grenzen von Offener Kinder- und Jugendarbeit

Jana Ringer vom JUP e. V. gab der Redaktion Landespolitik und Inforadio des rbb ein Interview, das in der pdf vollständig transkribiert ist. Hier könnt ihr es anhören. Jana Ringer sagte unter anderem:

"Zunächst ist zu sagen, dass Kinder- und Jugendsozialarbeit ein sehr breites Feld ist – wir sprechen hier von Jugendzentren, Aktivspielplätzen, Kinderbauernhöfen, Sport-, Jugend- oder Kinderclubs, Mädchen*zentren und Straßensozialarbeit – diese Projekte sind in ganz Berlin unterfinanziert – nicht umsonst gibt es zum wiederholten Male seit 2017 eine Kampagne in ganz Berlin, um auf die desolate finanzielle Situation dieses Bereiches hinzuweisen. Die Kampagne heißt bezeichnenderweise T-Rest, denn in den Köpfen vieler Berliner*innen sind diese wichtigen Angebote für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene kaum präsent. Außerdem laufen diese Projekte im öffentlichen Finanzierungsplan unter der Kostenstelle "T-Rest". Aber die Kinder- und Jugendarbeit ist kein Restposten, sondern stellt wichtige Räume für Kinder und Jugendliche zur Verfügung, in denen sie sich ausprobieren, mitbestimmen und Selbstwirksamkeitserfahrungen machen sollen. Und das im Idealfall frei von den Zwängen, die im Rest der Gesellschaft vorherrschen.

Dann muss auch gesagt werden, dass die Situation von Kinder- und Jugendzentren auch recht verschieden hier in Berlin ist – wenn Sie uns bspw. hier im JUP angucken, wir haben recht viele Räume – es gibt Kinder- und Jugendzentren, die superklein sind, aber trotzdem Platz zur Entfaltung bieten sollen. Das ist schon recht herausfordernd. Oder sehen Sie sich die Situation der Menschen in der Potse und des Drugstore an: Wenn bei uns der Mietvertrag in fünf Jahren ausläuft, gehen wir davon aus, dass die Stadt, die die Räume an uns vermietet, kein Interesse daran haben wird, uns aus diesem Haus rauszudrängen. Wie das auch anders laufen kann und so wichtige Freiräume für Jugendliche weggentrifiziert werden bzw. Profitinteressen der Bezirke zum Opfer fallen, kann mensch ja gerade leider nur zu gut anhand der Potse und Drugstore sehen. Wir wünschen an der Stelle viel Erfolg und solidarisieren uns mit dem Anliegen der Potse und des Drugstore. Es braucht nicht weniger Freiräume für Jugendliche, sondern mehr. Und wir haben mehr als genug Leerstand in Berlin, der dafür genutzt werden könnte."

Das gesamte Interview lest ihr hier